Im Idealfall planen Innenarchitekten und Architekten wie bei dieser Neubaumaßnahme von Beginn an gemeinsam. Im eigenen Büro werden Werte und Möglichkeiten, die so den Bauherren durch "Begreifbares" vermittelt werden können, zum Maßstab der Planung: hier Licht und Dunkel, Weite und Rückzug, Transparenz oder Masse, Konzentration auf Wesentliches, Umgang mit Materialien, Funktion von Farben usw. 

Ein besonderer Atelier-Charakter entsteht durch eine über zwei Etagen und die gesamte Hausseite steil geneigte verglaste Dachfläche. Eingestellte halbhohe Zwischenwände trennen einzelne Funktionsbereiche wie z.B. das Sekretariat oder die Teeküche ab. Der lichtdurchflutete, architektonisch reizvolle Raum mit weitem Blick bis über die große Dachterrasse hinaus bleibt so erfahrbar. 

Die minimalistische Treppe nimmt den Schwung des Deckendurchbruchs, der sich aus der Grundstücksform ergibt auf, nur das Nötigste an Geländer aus Flachstahl ist vorhanden. Glasscheiben sind vor einer Festverglasung als lichte Regalböden verspannt. Satinierte Schriftzüge auf dem hohen Fensterband im Besprechungsraum dienen als Sichtschutz zum unattraktiven Gebäude gegenüber. Sie halten den Blick innen, bilden ein Schattenspiel im ansonsten klaren, auf das Gespräch konzentrierten Raum.

Teilnahme am Tag der Architektur 2002